Welcher ist dein Schutzengel?
Engel in der Bibel
Dein Schutzengel
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Die Bibel kennt in weiten Teilen Engel
als eigene Wesen, die Gottes Bereich angehören. Von Engeln
ist in beiden Schöpfungserzählungen (Gen 1 und 2) keine
Rede, es wird aber in der ganzen Bibel darauf hingewiesen,
dass Engel vor der Entstehung der Welt existierten und Gott
dienen.
Es wird schon früh von Engeln berichtet, welche auch im
Paradies als Wächter mit dem Flammenschwert (1. Mose 3,
24) zu beobachten sind. Bezeichnend ist aber auch hier,
dass Engel letztlich den Menschen unterstellt sind und Menschen
später über Engel richten werden (1.Kor 6, 3). Satan ist
ein gefallener Engel, was bedeutet, dass er ein Diener Gottes
war, der sich von Gott gelöst hat (das ist weit verbreitete
Meinung, ist biblisch aber nicht gestützt. Die Bibelstellen,
die zur Stützung dieser These angeführt werden handeln von
Königen, die tief gefallen sind: Jes.14 vom König zu Babel,
Hes.28 vom König zu Tyrus - Von einem Engel der zum Satan
wird ist da nicht die Rede! In Lk.10 fällt der Satan vom
Himmel, aber da ist er vorher nicht Engel, sondern schon
Satan gewesen, ebenso Offb. 12) und ein eigenes Kontingent
an Engeln unter sich hat. Engel, so lesen wir in der Bibel,
sind hierarchisch strukturiert, und es gibt verschiedene
Arten von Engeln. "Der Engel des Herrn", Cherubim (Pl. von
Cherub), Seraphim (Pl. von Seraph).
In Gen. 6, 2-4 tauchen dann so genannte "Gottessöhne"
auf, die mit sterblichen Frauen verkehrten und dadurch "Riesen"
hervorbrachten. Während die antike Mythologie hierbei an
"gefallene Engel" dachte, wird das Motiv durch den Kontext,
in den es gestellt wurde, entmythisiert: Gemeint sind hier
die "Helden der Vorzeit", die ersten 10 Generationen Menschen
von Adam bis Noach, die zwar besonders lange lebten, gleichwohl
aber sterblich waren. "Gottessöhne" sind für die Bibel zunächst
alle Menschen, die ihre Gottebenbildlichkeit auch nach dem
Sündenfall behalten (Gen. 1, 27). Der Ausdruck "Mal'ach"
für Engel wird erstmals in Kapitel 19 von Genesis verwendet,
in der Erzählung der Flucht Lots aus Sodom.
Im Buch Ijob (um 250-200 v. Chr.) tauchen die "Gottessöhne"
dann wieder auf: Hier erscheint Satan nicht als widergöttliche
Macht, sondern als einer von ihnen (Hi. 1, 6) und schließt
mit Gott die "satanische Wette" um Ijobs Sündlosigkeit (v.
11f). Später erwähnt Gott die Gottessöhne nochmals als die
ersten, die ihn mit den Sternen lobten - offenbar noch vor
der Schöpfung der Menschen (Hi. 38, 7). Hier werden Vorstellungen
einer Engelwelt sichtbar, die der Schaffung der Menschenwelt
vorausgeht und die Geschicke der Menschen mitbestimmt.
In der späten Vision vom Endgericht (Dan. 7, 1-14, um
170 v. Chr.) dagegen bleiben die Throne, die um Gottes Thron
aufgestellt werden, leer. Von Engeln ist hier erst nach
dem Erwachen des Sehers Daniel die Rede: Sie deuten ihm
das Gesicht, ohne dass sie selbst darin eine Rolle spielen.
Die Menge ohne Zahl, die vor Gottes Thron versammelt ist
(v. 10), sind keine Engel, sondern die, die im Endgericht
bestehen und Gott anbeten.
Die Bibel geht zwar mit der Umwelt davon aus, dass es
Engel - himmlische, mit Bewußtsein begabte Geistwesen -
gibt; aber sie verzichtet weitestgehend auf ein Ausmalen
dieser Himmelswelt, die in anderen Religionen damals verbreitet
war. Viel wichtiger ist ihr die Funktion der Engel: den
Menschen Gottes Wort, Gegenwart, Absicht und vollgültigen
Willen mitzuteilen. Darum erscheinen Engel in der Bibel
oft einfach als "Boten Gottes" in menschlicher Gestalt.
Sie sind ohne Zweifel souverän, wie Gott den Menschen weit
überlegen und nicht an die Schranken und Bedingungen der
menschlichen Sinnenwelt gebunden: aber diese Fähigkeiten
treten meist hinter ihrer Botschaft zurück.
Die Bibel erwähnt verschiedene Arten von Engeln, ohne
sie in eine klar gegliederte Engelshierarchie einzuordnen:
Seraphim, Cherubim, Erzengel, Thronoi, Herrschaften, Fürstentümer
und Gewalten (siehe unter anderem: 1. Samuel 4,4; Jesaja
6,2; Epheserbrief 1,21; Kolosserbrief 1,16).
JHWH, der Gott Israels erscheint hin und wieder bestimmten
Menschen (zum Beispiel Abraham im Hain Mamre und Mose im
brennenden Dornenbusch) in Engelsgestalt. Eine besondere
Rolle spielt in diesem Zusammenhang der sogenannte "Engel
des Bundes", der Hagar, Abraham, Jakob, Moses, Gideon und
Elija erscheint. Daneben gibt es auch den Racheengel, in
dem der Zorn Gottes Gestalt gewinnt. Vor allem aber bilden
die Engel den "Hofstaat" Gottes und seine "Heeresmacht",
mit der Gott Zebaot, der "Herr der Heerscharen", für und
manchmal auch gegen Menschen streitet. Eine besondere Bedeutung
haben Engel auch als Überbringer von Heils- oder Gerichtsbotschaften
Gottes (etwa im Alten Testament bei der Zerstörung Sodoms,
oder im Neuen Testament bei der Geburt Jesu und bei Jesu
Auferstehung am Ostermorgen). Weitere Aufgaben der Engel
sind nach biblischer Darstellung der Bibel Schutz- und Hilfsdienste
für bestimmte Menschen und Menschengruppen (Psalm 91; Daniel
6,22; Matthäus (Evangelium) 18,10; Lukas (Evangelium) 16,22;
Apostelgeschichte 12,7).
Anbetung kommt nach Aussagen der Bibel den Engeln jedoch
nicht zu (Kolosser 2,18; Offenbarung 19,10; 22,9), sondern
es wird gelehrt, dass die Heiligen (alle Gläubigen) die
Engel richten werden (1 Kor 6:3). Jesus lehrt, dass in der
Auferstehung die Menschen bezüglich Heirat und Unsterblichkeit
wie die Engel sein werden (z.B. Lukas 20:35-36). Paulus
lehrt ausdrücklich den Übergang des irdischen in den unsterblichen
Leib (1Kor 15:51). Flavius Josephus (Hades, VI) lehrt von
auferstandenen Männern und Frauen. Während Sacharja 5,9
dahin gehend interpretiert werden könnte, dass es auch weibliche
Engel gibt, könnte 1. Kor 11,10 den Schluss zulassen, dass
die männlichen Engel auch anfällig für die weiblichen Reize
der irdischen Frauen im Gottesdienst seien.
Das biblische Engelbild hat mit dem der Kunst und Volksfrömmigkeit
vielfach nur wenig gemein. Die verniedlichenden Darstellungen
der Engel als Putten widersprechen der biblischen Darstellung.
Als Wesen, die grundsätzlich der "unsichtbaren Welt" (Nicäno-Konstantinopolitanum)
angehören, entziehen sie sich der Objektivierung. Dennoch
kann die Sprache des Gebets (vgl. Martin Luthers Morgen-
und Abendsegen), der Liturgie und der Poesie nicht auf sie
verzichten.
Jüdisch-christliche Tradition
Viele Engellehren finden sich außerhalb der kanonischen Bibelschriften.
Ein typischer Vertreter dieser im strengen Sinne nichtbiblischen
Schriften sind die Chroniken des Henoch, die vermutlich im
3. Jahrhundert vor Christus entstanden sind, sich jedoch aus
älteren Quellen speisen. In diesen Chroniken wird ausführlich
über Engel, ihre Namen, ihre Aufgaben und ihre charakteristischen
Eigenschaften berichtet. Henoch beschreibt in seinen Chroniken
seine Reise in die zehn Himmel, wo er das Wirken der Engel
sah und dokumentierte. Die Chroniken von Henoch wurden vom
Kirchenvater Hieronymus im 4. Jahrhundert nach Christus zu
Apokryphen erklärt und ihnen damit der Rang einer Heiligen
Schrift aberkannt. Neueste Studien haben ergeben, dass viele
Inhalte der Henoch-Texte sich im Neuen Testament wiederfinden.
Das Judentum kennt neben den in der Bibel genannten Erzengeln
(Gabriel und Michael) auch noch Uriel, Raphael, Sariel und
Jerahmeel, die sehr spät in der Entwicklung des Judentums
auftreten.
Im Mittelalter sah Maimonides Engel in einem rationalistischen
Weltbild als eine biblische Umschreibung der Naturkräfte,
die Gott einsetze, um seinen Willen in der Welt umzusetzen.
Systematik und Hierarchie der Engel nach Dionysius Areopagita
1. Triade:
• Seraphim sind vier bzw. sechsflügelige Symbole des Lichts,
der Glut des göttlichen Feuers (Ez. 1,5 f; Jes 6,1 ff) und
stehen Gott am Nächsten.
• Cherubim sind Verbreiter der Erkenntnis, Ergießer der
Weisheit, Beschützer des Garten Edens (Gen 3,24), werden
beim Bau der Stiftshütte (Ex 25,18 ff) sowie beim Bau des
Tempels Salomo (1Kön 6,23 ff) u.a. erwähnt.
• Thronoi (griechisch in etwa: "erhabene Gestalten") sind
die unterste Stufe der 1. Triade und bezeichnen das Erhabene.
Die Septuaginta gebraucht den Begriff auch für die Seraphim,
Paulus spricht im Kolosserbrief von Thronen (Kol 1,16).
2. Triade: (Kol 1,16 sowie Eph 1,23)
• Herrschaften (Dominationes) sind Beherrscher der Engel.
• Mächte (Principatus) vollziehen unerschütterlich den
Willen Gottes.
• Gewalten (Potestates) verkörpern die unzerstörbare Harmonie.
3. Triade:
• Fürstentümer (Virtutes) verkörpern den himmlischen Führungscharakter.
• Erzengel (göttliche Kohorte) fungieren vor allem als
Verkünder göttlicher Offenbarung. Neben Gabriel, Michael
und Raphael taucht Uriel nur in der Mosesapokalypse auf.
Jakob kämpft mit Penuël (Gottesgesicht) in Gen 32,31.
Der Talmud kennt noch Samael, Sedekiel (verhindert die
Opferung Isaaks), Anael (Barakiel) und Sabbataios (Schepteel).
Damit ergibt sich mit Gabriel, Michael und Raphael eine
Siebenereinheit wie bei Zarathustra, die sich leicht mit
den Gestirnen identifizieren lassen.
• Engel (Schutzengel) stehen auf der untersten Kategorie
und stehen den Menschen am Nächsten. Sie haben unterschiedliche
Bezeichnungen wie Scharen (Ijob 19,12 und Ps 103,21), Erscheinung
(Dan 10,7) oder Geister (Offb 1,4).
Dieser Form der Hierarchienlehre wurden im Lauf der Zeit
immer wieder einzelne Elemente zugefügt. Beherrscht werden
die Hierarchien in den verschiedenen Religionen vom jeweiligen
Schöpfergott, so im Islam von Allah und im Christentum von
der Trinität (Dreifaltigkeit).
Eine tiefergreifende Änderung erfuhr die Hierarchienlehre
durch die Theosophie, die den jüdischen Schöpfergott JHWH
in die 2. Triade stellte und als sogenannte 4. Triade die
Reihenfolge Mensch, Tier, Pflanze, Stein angab.
Die Engellehre in der Anthroposophie
Lt. der mittelalterlichen Lehre an welche die Anthroposophie
anknüpft, gibt es neun Hierarchien. Der Mensch soll einmal
zur 10. Hierarchie werden, so jedenfalls Rudolf Steiner.
Es ergibt sich folgendes Schema:
Dreifaltigkeit Gott-Vater, Sohn und Heiliger Geist
1. dem Vater zugeordnet:
1.1. Seraphim
1.2. Cherubim
1.3. Throne
2. dem Sohne zugeordnet:
2.1. Kyriotetes (Weltenlenker)
2.2. Dynameis (Weltenkräfte)
2.3. Exusiai (Offenbarer) = hebräisch ELOHIM
3. dem Heiligen Geist zugeordnet:
3.1. Archai (Zeitgeister)
3.2. Archangeloi (Erzengel)
3.3. Angeloi (Engel, auch Schutzengel)
So jedenfalls stellt es Hans-Werner Schroeder in seinem
Werk Mensch und Engel auf S. 151 (Fischer-Taschenbuchausgabe),
dar. [Bearbeiten]
Engelverehrung im Christentum gestern und heute
Zu allen Zeiten des Christentums hatte der Engelglaube eine
zentrale Bedeutung. Allerdings spielen hier wie so oft auch
konfessionelle Unterschiede eine Rolle. Während die Verehrung
von Engeln im Katholizismus und der christlichen Orthodoxie
immer positiv beurteilt wurde, standen die reformierten Kirchen
dieser Form der Religiosität eher skeptisch bis ablehnend
gegenüber. Anders die lutherischen Kirchen. Der Gedenktag
des Erzengls Michael und aller Engel, gefeiert am 29. September,
spielt zumindest in der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen
Kirche (SELK) eine große Rolle. So finden sich in ihrem Evangelisch-Lutherischen
Kirchengesangbuch (ELKG) zahlreiche Engellieder, wie
• Herr, Gott, dich loben alle wir (lat. Dicimus grates
tibi des lutherischen Theologen Philipp Melanchthon (1539)
deutsch von Paul Eber 1561) (ELKG 115)
• Heut singt die liebe Christenheit (Nikolaus Hermann
1560) (ELKG 116)
• Gott, aller Schöpfung heilger Herr ( Ernst Hofmann 1971)
(ELKG 447=
New Age und Engel
Einige moderne spirituelle Bewegungen bezeichnen in ihren
Glaubenssystemen auftretende Wesen oftmals auch als Engel,
entwickeln allerdings ein von der traditionellen Bedeutung
abweichendes Konzept. So wird von Esoterikern (und auch einigen
Romanautoren) angegeben: Engel sind Lebewesen, die grundsätzlich
von Menschen verschieden sind, da sie aus einem anderen Teil
Gottes heraus geschaffen sind. Dadurch sind sie nicht in der
Lage zu lügen, haben sich auch nicht so weit von der Liebe
Gottes entfernt und stehen deshalb Gott näher als die meisten
Menschen. In Demut und Freude vollziehen sie seinen Willen,
können aber durch Gebete oder Gedanken um Hilfe gebeten werden.
Engel als Entwicklungsstufe der Seele
In der Mystik gibt es die Vorstellung, dass sich eine Seele
über verschiedene Stufen von Steinen, Pflanzen und Tieren
hin zum Menschen entwickelt. Nach dem Tod des menschlichen
Körpers kann eine Seele die Stufe des Engels erreichen. Der
sufische Mystiker Dschalal ad-Din Rumi beschreibt dies in
seinem Gedicht Mathnawi:
In der christlichen Mystik wird diese Vorstellung von
Emanuel Swedenborg vertreten. In seinem späten Werk Die
eheliche Liebe beschreibt er, dass aus der Seele eines Mannes
und der Seele einer Frau durch die Ehe im Himmel ein geschlechtsloser
Engel entsteht.
Kontakt zu Engeln
Auch in der Gegenwart berichten Menschen von Engelsbegegnungen.
Einige erzählen sogar von Dauerkontakten zu bestimmten "Geistwesen",
die sie in allen Lebenslagen beschützen, begleiten und beraten.
Von protestantischer Seite werden solche Berichte eher kritisch
betrachtet - insbesondere dann, wenn in solchen Erfahrungsberichten
Engel die Funktion einnehmen, die nach der Bibel alleine Gott
zukommt. Andere kirchliche Stellungnahmen - vor allem solche
aus dem evangelikalen Lager - weisen daraufhin, dass auch
dämonische Mächte zuweilen als Engelwesen auftreten. Demgegenüber
stehen im Allgemeinen römisch-katholische Christen und noch
stärker die orthodoxen Christen solchen Berichten eher positiv
gegenüber. So wird z.B. die Homepage des Vatikan www.vatican.va
'Gabriel' genannt, wie der Erzengel der Verkündigung. Die
Firewall zum Schutz vor Computer-Viren heißt 'Michael', wie
der Wächter-Engel. Und das Intranet, das nur für die Angestellten
zugänglich ist, trägt den Namen 'Raphael', der stets im Geheimen
arbeitet. "Wir brauchen den Extra-Schutz der Erzengel einfach",
so Schwester Judith Zoebelein, Leiterin der Vatikan-Homepage.
(siehe [ 5 ])
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